

Ich has gschafft !
Da ufe mues i cho, da ufe wott i cho!
Ich will e ganz e gueti Bruefsfrau
si!
Aber mini Cheffe, das sind alles eso gschiidi Akademiker, das sind alles
so Respäcktspersone!
Und ich?
Ich han eifach Hämmige!
Aber ich will!
Ich will – das Wort isch mächtig,
seit's eine ernscht und still.
D' Schterne riesst's vom Himmel,
das eine Wort: Ich will!
Guet, ich gib mer en Ruck!
Jesses – 's Läbe chönnt eifacher si.
Op! Jetzt wäre i fasch gschyteret.
Letschti hani zwar emal g'hört säge,
wer öpis machi, dä chöng
halt au emal schytere.
Und wer nüt afangi, dä seg scho gschytered!
Hei, i has gschafft! Und i has guet gschafft!
Ja, und dänn, wänn mer uf em Gipfel isch,
dänn isch mer nonig
fertig,
dänn mues mer au einisch wider obenabe cho, gäll!
Mer mues d'Grössi
ha, au wider chli z'wärde.
En Flug isch au ersch erfolgrich, wenn d'Landig
glückt isch.
Ah, jetzt hanis!
Ich has gschafft...!
Das seltsame Lichtlein
(eine Bilderfolge ohne Worte)
Von leiser Musik begleitet, betritt der Harlekin einen Raum voller Ueberraschungen: Verwundert kann er nicht begreifen, was alles da geschieht. Sonderbar – und das Staunen hält ihn bis zum Schluss gefangen. Da wird ein zusammengerolltes Stück Seil plötzlich zu einem festen Stab, einzelne farbige Tücher sind unvermittelt zusammengeknüpft, aus einem leeren Tablett springt neckisch ein roter Ball hervor, der sich vor den Augen des Harlekins langsam in zwei Bälle teilt. Da schwebt ein rotes Tüchlein im Raum, und eine Knospe in der Hand entfaltet sich zu einer prächtigen Blüte. Hat dies wohl alles mit dem seltsamen Lichtlein zu tun, das mal dort und dann wieder dort kurz aufleuchtet?
Prendre un enfant par la main
Ein amüsantes Tanzspiel mit poetisch-musikalischen Intermezzis und überraschenden Zaubereien.
Ein Kind sitzt vor einer Kiste mit Spielsachen, nimmt einige davon heraus, aber weiss nichts damit anzufangen. Gelangweilt hockt es inmitten dieser leblosen Utensilien. Es bemerkt nicht, dass ihm dabei ein Harlekin zuschaut und behutsam näher tritt.
Er setzt sich nieder und beginnt - fasziniert von der Mannigfaltigkeit der Puppen, Bauklötze, Tüchlein einem Stück Seil, Bällen und dergleichen - selbst zu spielen. Mit seinen phantastischen Einfällen verwandelt sich die Spielwiese in eine Experimentierstätte, in der sogar den toten Dingen "Leben" eingehaucht wird.
Staunend verfolgt das Kind das seltsame Geschehen, und da entdeckt es auch in sich das Reich der Phantasie mit seinen unendlichen Möglichkeiten.
Nach einem gemeinsamen Tänzchen der beiden entlockt der Harlekin seiner Flöte das zarte Chanson «Prendre un entfant par la main». Zu Füssen des Musikus lauscht das Kind dem Wohlklang dieser beseelten Melodie.
Da erblickt das Kind das eigene Kind in sich, das Kind, das
es beinahe schon verloren glaubte. Und es nimmt es an der Hand, hinein bis
ins Erwachsenenleben. In seinem Selbstgespräch vernehmen Zuhörerinnen
und Zuschauer von dieser neuen Freundschaft mit sich selbst:
Ich freue mich, dass es dich gibt, mein Kind!
Du bist herzlich willkommen
bei mir!
Ich mag dich, so wie du bist.
Du bist etwas ganz Besonderes für mich.
Bei jedem Schritt auf deinem
Weg will ich bei dir sein.
Ich will dich beschützen und mich für dich einsetzen.
Du kannst dich auf mich verlassen.
Es macht mir Freude, meine Zeit mit dir zu verbringen.
Auf der ganzen Welt gibt es niemanden, der so ist wie du, niemanden.
Als du auf die Welt gekommen bist, muss der Herrgott gelächelt haben.
Nach einem fulminant mitreissenden Schlusstanz der inzwischen herangereiften Frau, fällt der Vorhang. Das gelangweilte Entlein ist zu einem stolzen Schwan geworden...
Der Geschichtenerzähler
Dem Harlekin kommt auf einem schmalen Bergpfad ein alter Mann entgegen. Er trägt einen schweren Sack auf seinen Schultern. Es war sofort klar: Das ist einer, der weiss, wo die Wahrheit ist. «Darf ich etwas mit dir gehen?», fragt der Harlekin, und auf dem Weg – lange schweigen sie beide – beginnt der Alte eine Geschichte zu erzählen, und nochmals eine, und nochmals eine, und... er schenkt ihm zum Abschied ein kleines Lichtlein. «Trage dem Sorge!» meint er noch, und zieht seines Wegs. Im unbekümmerten Spiel mit dem Lichtlein geht es dem Harlekin aber verloren, doch – seltsam – jetzt, wo er inmitten seines Publikums steht, findet er das Lichtlein wieder in der Tasche einer Zuschauerin. Da fallen ihm alle die wundersamen Geschichten ein, die er dort auf diesem Bergpfad vom alten Mann vernommen hat, und nun beginnt auch er zu erzählen...
(Alle Showsequenzen sind von ca. 20 Minuten Dauer)
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